Praktische Guides

Retoure verschicken: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wie kann ich zurückgeben? In der Praxis läuft es bei fast allen Online-Shops nach demselben Grundmuster ab: Rücksendung anmelden, Label erhalten, Ware verpacken, Paket abgeben. Diese Anleitung führt Sie durch alle Schritte – unabhängig davon, ob Sie einen Karton mit Etikett bekleben oder nur einen QR-Code am Schalter vorzeigen müssen.

Der Ablauf im Überblick

Egal ob Kleidung, Elektronik oder Bücher: Der grundsätzliche Weg einer Retoure ist bei den meisten deutschen Online-Shops identisch aufgebaut, auch wenn sich Details – etwa ob per QR-Code oder Klebeetikett – von Shop zu Shop unterscheiden. Die genauen Schritte für einen bestimmten Händler finden Sie auf dessen Seite in unserem Shop-Verzeichnis, jeweils unter „So funktioniert die Rücksendung". Der folgende Ablauf gilt als verlässliches Grundgerüst für praktisch jeden Fall.

  1. Rücksendung anmelden im Kundenkonto oder Retourenportal des Shops
  2. Retourenschein oder Label erhalten – als PDF, Klebeetikett oder QR-Code
  3. Ware verpacken – transportsicher, nach Möglichkeit in der Originalverpackung
  4. Paket abgeben bei DHL, Hermes, DPD oder dem jeweils zuständigen Dienstleister
  5. Versandbeleg aufbewahren als Nachweis der fristgerechten Rücksendung
  6. Erstattung abwarten – üblicherweise wenige Werktage nach Wareneingang

Schritt 1: Rücksendung anmelden

Der erste Schritt findet fast immer online statt: Sie loggen sich in Ihr Kundenkonto ein, öffnen die Bestellübersicht und wählen dort die zurückzusendende Bestellung sowie – sofern abgefragt – einen Rücksendegrund aus. Bei einem Widerruf sind Sie zu keiner Begründung verpflichtet, viele Shops fragen sie trotzdem freiwillig ab, um ihre Angebote zu verbessern.

Haben Sie kein Kundenkonto angelegt oder als Gast bestellt, bieten die meisten Shops alternativ ein Retourenformular an, das Sie über die Bestellbestätigungs-E-Mail oder den Kundenservice erreichen.

Schritt 2: Retourenschein oder Label erhalten

Nach der Anmeldung stellt Ihnen der Shop die Versandunterlagen bereit. Drei Varianten sind in Deutschland üblich:

Welche Variante ein bestimmter Shop nutzt, zeigen wir auf der jeweiligen Shop-Seite in unserem Verzeichnis.

Schritt 3: Ware richtig verpacken

Die Ware sollte so verpackt sein, dass sie den Transport unbeschadet übersteht. Die Originalverpackung eignet sich meist am besten, ist aber – anders als oft angenommen – rechtlich keine Voraussetzung für eine wirksame Rücksendung. Fehlt sie, genügt in der Regel eine andere stabile Verpackung.

Tipp: Entfernen oder überkleben Sie alte Versandlabels vollständig, damit das Paket eindeutig dem neuen Retourenschein zugeordnet werden kann.

Schritt 4: Paket abgeben

Je nach Label geben Sie das Paket in einer Filiale, einer Paketshop-Partnerfiliale oder einem Paketautomaten des zuständigen Dienstleisters ab – am häufigsten DHL, Hermes oder DPD. Bei sperrigen Artikeln bieten viele Shops stattdessen eine Abholung an der Haustür an.

Schritt 5: Nachweis aufbewahren

Lassen Sie sich beim Einliefern einen Beleg geben oder fotografieren Sie das Einlieferungslabel mit Sendungsnummer. Für die Fristwahrung genügt zwar die rechtzeitige Absendung, doch bei Unstimmigkeiten über den Wareneingang ist dieser Beleg Ihr wichtigster Nachweis.

Schritt 6: Auf die Erstattung warten

Nach Eingang der Ware beim Händler erfolgt die Rückzahlung in der Praxis meist innerhalb weniger Werktage. Gesetzlich hat der Händler nach Erhalt Ihrer Widerrufserklärung bis zu 14 Tage Zeit, darf die Erstattung aber zurückhalten, bis er die Ware zurückerhalten oder einen Rücksendenachweis erhalten hat. Mehr zur rechtlichen Frist lesen Sie im Artikel Widerrufsrecht 2026: Alle Fristen & Regeln im Überblick.

Sonderfälle: Kein Drucker, kein Etikett, Sperrgut

Ohne eigenen Drucker sind Sie nicht aufgeschmissen: Fragen Sie beim Kundenservice nach einem QR-Code-Verfahren, oder lassen Sie sich das Label per Post zuschicken. Ist gar kein Retourenschein beigelegt, reicht für den Widerruf grundsätzlich auch eine formlose, eindeutige Erklärung per E-Mail an den Händler – die eigentliche Rücksendeadresse finden Sie dann meist im Impressum oder in den AGB des Shops.

Bei sperrigen Artikeln wie Möbeln oder Elektrogroßgeräten läuft die Rücksendung häufig über eine gesonderte Abholung statt über den regulären Paketversand. Ob und wie kostenlos das jeweils geregelt ist, erklären wir im Artikel Kostenlose Rücksendung: Recht darauf oder Kulanz?.

Häufige Fragen

Wie kann ich eine Bestellung zurückgeben?

Sie melden die Rücksendung im Kundenkonto des Shops oder über dessen Retourenportal an, erhalten dort ein Retourenlabel bzw. einen QR-Code, verpacken die Ware transportsicher und geben das Paket beim zuständigen Paketdienstleister ab.

Brauche ich einen Drucker für die Retoure?

Nicht zwingend. Viele große Shops arbeiten inzwischen mit QR-Codes, die am Schalter des Paketdienstleisters gescannt werden – das Label wird dort direkt ausgedruckt. Ob das beim jeweiligen Shop möglich ist, steht auf der zugehörigen Shop-Seite in unserem Verzeichnis.

Was, wenn ich die Originalverpackung nicht mehr habe?

Das ist in der Regel kein Problem. Wichtig ist, dass die Ware auf dem Transport ausreichend geschützt ist – eine andere stabile Verpackung genügt meist.

Muss ich der Retoure einen Grund beilegen?

Bei einem Widerruf nicht: Das Widerrufsrecht gilt ohne Angabe von Gründen. Viele Shops fragen den Grund trotzdem freiwillig ab, um ihre Prozesse zu verbessern.

Wie lange dauert es, bis das Geld zurück ist?

Nach Wareneingang üblicherweise wenige Werktage. Gesetzlich muss der Händler spätestens 14 Tage nach Erhalt Ihrer Widerrufserklärung erstatten, darf die Zahlung aber bis zum Wareneingang zurückhalten.

Quellen: DHL.de, Hermes, DPD.com · eigene Datenerhebung Rücksendung.com, Stand 07/2026